Wie schon angekündigt, war ich gestern bei der “Bußgeldstelle” der LVB. Sicherlich seid ihr alle schon gespannt auf den Ausgang der Geschichte, aber immer der Reihe nach…
Nach der Arbeit machte ich mich also auf in Richtung Innenstadt. Dazu wollte ich naturgemäß die Straßenbahn benutzen. Ganz legal sogar, denn ich habe nun sogar ein richtig echtes und gültiges Ticket für den Monat Juli! Ich wollte mit der Linie 1 oder 2 bis HBF oder Goerdelerring und dann weiter zum Johannisplatz. Also ich 16:50 an der Haltestelle Holbeinstraße ankam, wurde meine anvisierte StraBa Linie 1 schon angezeigt. Nur noch eine Minute warten. Und noch eine und noch eine und noch eine. Ist eigentlich nicht ungewöhnlich, eher die Normalität. Als dann jedoch die Linie gar nicht mehr angezeigt wurde, war ich etwas nervös. Als nächste Bahn wurde nun die Linie 2 in 10 Minuten angezeigt.
In den folgenden 10 Minten verschob sich die Ankunftszeit der Bahn mit jeder vergangenen Minute um eine Minute nach hinten. Wollte die LVB mir etwa einen Strich durch die Rechnung machen, indem ich nicht pünktlich zur Service-Stelle kam? Na soweit kommt’s noch, dachte ich mir und legte einen kleinen Fußmarsch zur Linie 14 in der Nonnenstraße ein. Und siehe da: pünktlich auf die Minute saß ich in der Bahn! Mit einer solchen Cleverness hat die LVB wohl nicht gerechnet. Pah!
Jedenfalls schaffte ich es bis 17:35 in das Büro für LVB-Straftäter. Zum Glück war nur ein etwas älteres Pärchen vor mir, so dass ich hoffte gleich dran zu sein. Jedoch musste ich mich noch weitere 10 Minuten gedulden, in denen das Pärchen in gebrochenem Deutsch erklärte, warum es nicht bereit sei, eine gewisse Strafe zu zahlen. Die LVB-Finanzchefin blieb jedoch hart und ich sah meine Chancen auf ein glimpfliches Ende schwinden
Um 17:45 betrat ich noch immer wohlgemut die Höhle des Löwen und begann meinen einstudierten Vortrag über die unglücklichen Zusammenhänge und zeigte die Monatstickets der letzten 9 Monate. Die erste Reaktion war ernüchternd: “Wie auf dem Feststellungsbeleg und auch in den allgemeinen Bedingungen geschrieben steht, .. keine Kulanz … Strafe … ” blablabla. Naja, das könnt ihr euch ja denken…
Aber ich ließ nicht locker und erzählte mit Unschuldsmiene nochmal von den Kontrollen im HEX und dass ich ja sonst wirklich immer ein Ticket dabei habe. Dann meinte Sie, dass ich doch mal bitte die Tür zum Warteraum schließen sollte. Und alles was ab diesem Zeitpunkt geschah, unterliegt der strengsten Geheimhaltung! Ich darf wirklich nichts über den Ausgang der Diskussion sagen oder schreiben, da ich für die nächsten 3 Jahre im Strafregister der LVB verzeichnet bin.
Aber nur so nebenbei:


PS: Vermutungen, was hinter der verschlossenen Tür geschehen sein könnte, bitte in die Kommentare
Oh mein Gott, du hast doch nicht etwa deine Unschuld geopfert?!
Patzi
Juli 10th, 2008
Meine Unschuld opfern? Würde ich doch nie tun, die hebe ich mir für deinen 30. Geburtstag auf!
Achso, der war schon? Na das ist aber schade
micha
Juli 11th, 2008